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Groß ist die Wüste

Groß ist die Wüste

Hallo Du,

Anfang Mai hatten wir ein bewegendes Nachtreffen unserer Marokko Visionssuche 2025. Wie schön, dass das Projekt auch dieses Jahr stattfinden darf - zwei freie Plätze gibt es noch!

Im letzten Newsletter hatte ich versprochen, mehr von Marokko zu erzählen.

Ich starte…


…mitten in der Stille

Die Steine leuchten orange. Nicht das milde Abendrot am Strand oder über einer Skyline.

Es ist dieses alte, geduldige Orange des Steins, Abermillionen Male von der Sonne glühend erhitzt und in der weiten Sternen-Nacht erkaltet.

Irgendwo hinter mir – ein Berberlager, ein Feuer, der Geruch von frisch gebackenem Brot. Vor mir nichts als Felsen. Weite. Licht.

Ich bin allein mit der Frage, die sich langsam aus dem Boden löst und in mich hineinzieht:

Wer bist du, wenn niemand zuschaut?



Warum immer wieder diese Wüste?

Es gibt Orte, die dir etwas geben. Und es gibt Orte, die etwas nehmen – und dir dadurch umso mehr geben.

Die Steinwüste am Fuß des Jebel Bani am Rand der Sahara gehört zur zweiten Kategorie.

Sie ist rau, unerbittlich, weit, ohne Kompromiss. Der Himmel groß. Die Stille klingt nach etwas.

Deshalb reisen wir immer wieder hin. Und deshalb nehmen wir Menschen mit.


Team Marokko

Die Reise dorthin: Marrakesh

Wer nach Marokko kommt, landet zuerst im Rauschen.

Marrakesh. Die Medina. Der Souk.



Enge Gassen, die sich verzweigen wie Gedanken, denen ich nicht folgen kann. Gewürze, Abgase, Lärm, die in der Luft hängen. Händler, Motorroller, Katzen, Rufe. Alles auf einmal, alles laut, alles jetzt.

Wir verbringen einen Tag in Marrakesh. Eine Reisegesellschaft, die sich dem Fremden aussetzt. Großer Spaß und manchmal anstrengend.

Und - es ist schon das erste Training für das, was kommt: loslassen, was du zu wissen glaubst - immer gilt: „…Insh’allah

Marokko liegt zwischen zwei Welten: dem Mittelmeerraum im Norden und dem afrikanischen Kontinent im Süden. Der Hohe Atlas – bis zu 4.000 Meter hoch – trennt das feuchte Grün vom trockenen Süden. Beim Überqueren spüren wir das.


Zwischenschwelle: Ait Ben Haddou

Die Fahrt über den Atlas. Vorbei an Oasen und Dattelplantagen.

Auf der anderen Seite: eine andere Zeit.



Ait Ben Haddou ist Weltkulturerbe der UNESCO. Eine Kasbah, jahrhundertealt, die aussieht, als wäre sie direkt aus dem Boden gewachsen – weil sie das im Grunde ist. Nicht viel mehr als Lehm, Stroh, Wasser, Hände.

Hier haben Generationen von Berbern Zuflucht gesucht, gehandelt, gelebt. Die Filmwelt hat sie entdeckt – »Gladiator«, »Game of Thrones«, »Lawrence of Arabia« – und wieder verlassen. Die Mauern sind geblieben.

Wir bleiben einen Tag. Es ist, als würde die Reise hier in eine andere Geschwindigkeit schalten.



Ankunft: Die Berber

Die letzten Stunden Fahrt nach Süden - die Straßen werden gerader. Die Siedlungen weniger. Der Himmel größer. Bis zum Rendezvous am Wüstenrand …

Dromedar und Landrover sind die selbstverständlichsten Fortbewegungsmittel in dieser Welt, in der wir nun auftauchen.

Und dann: das Lager.



Unsere Gastgeber sind zwei Berber – Amazigh, die »freien Menschen«. Seit Jahrtausenden leben ihre Familien in dieser Landschaft, die für uns fremd und unwirtlich wirkt. Für sie ist sie: Heimat.

Sie zeigen uns wie man Feuer macht, wie man Brot in der Glut bäckt, ohne Uhr, ohne Rezept – nur durch Gespür.



Das Dromedar trägt unser Gepäck und die großen Wasserkanister vom Brunnen. Es betrachtet uns mit dem gelassenen Desinteresse eines Wesens, das schon sehr viel mehr gesehen hat.

Es ist ein wichtiger Knotenpunkt im Ökosystem des Lagers als Endverwerter unserer Speisereste!



Nach ein paar Tagen Vorbereitung, Gemeinschaft und Ankommen gehst du allein hinaus.


Was die Wüste fragt

Ich sage dir nicht, was du dort findest. Das kann ich nicht wissen.

Was ich weiß: Die Wüste stellt Fragen.

Sie stellt Fragen durch ihre bloße Existenz – durch die Stille, die so tief ist, dass du hörst, was im Alltag zu hören du dir nicht erlaubst.



Vier Tage. Vier Nächte. Allein unter dem Sternenhimmel der Sahara.

Kein Telefon. Kein Programm. Kein Entkommen.

Nur du. Und die Frage, die schon lange auf dich gewartet hat.

Was dabei passiert, können nur die erzählen, die es gemacht haben. Und die meisten sagen dasselbe: Es war das Schwerste. Und das Richtigste.


Drei Türen

Der Oktober in Marokko ist der Höhepunkt unseres Jahres. Aber er ist nicht das Einzige.

Vielleicht ist die Wüste gerade nicht das, was in dir klingt. Vielleicht ist es etwas Näheres, Sanfteres, ein erster Schritt.


Für alle, die noch tasten sind dieses Jahr noch drei Türen offen:

→ Medizinwanderung im Schwarzwald | 17.-19. Juli 2026 Ein Wochenende in Wald und Wiesen. Pflanzenwissen, Stille, Erdung. Keine Vorerfahrung nötig. Mehr erfahren & anmelden

→ Visionssuche im Friaul | 30. Juli bis 11. August 2026 - ausgebucht

→ Bergkraft Visions-Wanderung, Brunnital / Schweiz | 5.–11. September 2026 Eine Woche wandern, innehalten, draußen schlafen. Zeiten des Alleinseins und der Gemeinschaft. Natur, die spricht. Mehr erfahren & anmelden

→ Visionssuche Marokko | 1.–18. Oktober 2026 Für die, die bereit sind. Vier Tage und Nächte allein in der Steinwüste. Vorbereitung und Nachbereitung in der Gruppe. Begleitung durch Berber und durch mich. Mehr erfahren & anmelden


Und wenn du nicht weißt, welche Tür die richtige ist: Schreib mir und lass uns miteinander ins Gespräch kommen. Buche hier einen Call

Bis dahin.

Stephan


Wenn dir dieser Post etwas gegeben hat – teile ihn gern mit jemandem, der vielleicht auch einen Ruf hört, dem er noch nicht traut.

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Stephan Pfannschmidt

Hi, ich bin Stephan

Visionssuchebegleiter (School of Lost Borders), Menschenbegleiter. Tauche gern mit dir in die Tiefe.

Für alle Menschen in Lebensübergängen. Begleite seit 2018 jährlich Visionssuchen. Übersetzer und Berater für Kriegsdienstverweigerer.